Herford, 15. Juli 2020

Megatrends in der Arbeitswelt

, Westfalenblatt

Prof. Jutta Rump spricht bei der Erich-Gutenberg-Gesellschaft über die Zukunft Europas

Herford (wst). Mit der Zukunft Europas wird sieb in diesem Jahr die Erich-Gutenberg-Gesellschaft (EEG) beschäftigen. Zur Einstimmung der EEG-Mitglieder auf das Leitthema »Europa - quo vadis?« sprach am Dienstag Professor Dr. Jutta Rump im Vortragssaal der Sparkasse Herford über »Deutschland auf dem Weg in das Jabr 2030 - Megatrends in der Arbeitswelt«.

Doch bevor die Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Ludwigsbafen und Expertin für Personalmanagement auf die Zukunft Deutschlands und Europas blickte, wählte die EEG einen neuen Vorstand. Dabei waren sich die Mitglieder einig, dass die bisherigen Vorstandsmitglieder gute Arbeit geleistet hätten und bestätigten sie einstimmig in ihren Ämtern.

Den Vorsitz hat weiterhin Michael Heidkamp inne, sein Stellvertreter bleibt Prof. Dr. Hermann Jahnke. Als Schatzmeister gehört Detlev Priebs dem Vorstand an, Horst Prüßmeier als Geschäftsführer. Neue Mitglieder im EEG-Kuratorium sind die Leiterin des Erich-Gutenberg-Berufskollegs in Bünde, Afra Gongoll, und der neue Geschäftsführer der Westfalen Weser Energie GmbH, Stepban Nahrath. Den Vorsitz des Kuratoriums hat Dr. Rolf Albach inne, sein Stellvertreter ist Heiner Wemböner.


Zu Beginn ihres Vortrags warnte Prof. Rump davor, die Megatrends isoliert zu betrachten. »Ihre Verkettung aber führt zu den Herausforderungen der Zukunft.« Auch hätten viele Trends eine europäische Dimension, zum Beispiel der Wertewandel. »In Deutschland haben junge Menschen freie Wall! auf dem Arbeitsmarkt. Das hat Konsequenzen für ihre Werte, Einstellungen und ihr Verhalten.«

In Ländern wie Italien, Griechenland, Spanien oder Portugal aber würden die Menschen in ihren ersten 20 Jahren vom wirtscbafltichen Niedergang und politischer Instabilität geprägt. Auch auf die demographische Entwicklung ging die Wissenscbaftlerin ein. »Mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren hat Deutschland schon jetzt die ältesten Arbeitnehmer weltweit.« Und alle zwei Jahre würde ihr Durchschnittsalter um ein weiteres Jahr steigen.

»Für die jungen Leute unter uns bedeutet das, dass sie bis in die 70er Jahre ihres Lebens arbeiten werden.« Eine Lebensarbeitszeit von 45 bis 50 Jahren wiederum stelle die Unternehmen vor die Herausforderung, wie sie die Motivation, Gesundheit und Kompetenz ihrer Angestellten erhalten.

Prof. Rump warnte angesichts des Fachkräftemangels davor allzu viel Hoffnung in die Migration zu setzen. »Die syrische Volkswirtschaft vor Beginn des Bürgerkriegs ist nur bedingt auf die deutschen Verhältnisse zu übertragen.« So sei ein syrischer Ingenieur auf dem Niveau des zweiten Jahres einer gewerblich-technischen Ausbildung in Deutschland.

Ein weiterer Megatrend sei die Digitalisierung. Deutschland habe das Geld für notwendige Investitionen, viele andere Ländern in Europa aber nicht. »Sie verlieren den Anschluss an die Digitatisierung. Was wird das für Europa bedeuten?«



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