Herford, 18. Februar 2020

Herausforderungen der Arbeitswelt

, Neue Westfälische

Jutta Rump führt die Mitglieder des Vereins in das Jahr 2030 und zeigt die wichtigsten Trends auf

Herford. "Europa - Quo Vadis?" ist das Leitthema des Jahres 2016 der Erich-Gutenberg-Gesellschaft. Der Einführungsvortrag zu dieser Themenreihe warf den Blick auf die Megatrends der Arbeitswelt - und demonstrierte gleich, wie wichtig es für Unternehmer und Politiker ist, sich mit der Komplexität auseinanderzusetzen.

Beeindruckend schilderte Jutta Rump, Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule in Ludwigshafen, bei der Mitgliederversammlung, wie gesellschaftliche Trends ineinander greifen - auf europäischer Ebene aber mit völlig unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Diese Trends bestimmen, wie die Arbeitswelt von morgen aussieht.

Dabei betrachtete Jutta Rump "Deutschland auf dem Weg ins Jahr 2030". Sie ist eine führende Expertin für Personalmanagement und hat schon versucht, Kanzlerin Angela Merkel davon zu überzeugen, dass die Politik das Ineinandergreifen verschiedener Trends in der Arbeitswelt berücksichtigen muss.

Ein Megatrend: der demografische Wandel. "Der Alterungsprozess auf dem Arbeitsmarkt hat in Deutschland die höchste Geschwindigkeit der Welt", erklärte Rump. Das Durchschnittsalter der Arbeitnehmer liege bei 47 Jahren. Es schreite so schnell voran, dass "wir 2020 schon 49 Jahre alt sein werden." Daraus resultiere zwangsläufig eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Das erfordere eine umsichtige Personalpolitik. Wer 45 oder 50 Jahre arbeitet, muss fit gehalten werden. Sowohl körperlich und geistig, als auch qualifikatorisch.

Die älteren Arbeitnehmer träfen zudem auf jüngere, mit anderen Werten. Die jüngere Generation achtet auf eine bessere Balance zwischen Arbeit und Freizeit, will weniger arbeiten. Ein Widerspruch dazu, dass aufgrund des Fachkräftemangels eigentlich mehr Arbeit benötigt werde.

Hier spiele nun ein anderer Trend hinein: die Migration. Sie berge viel Potenzial bei der Gewinnung von Arbeitskräften. Diese müsse umsichtig geplant werden. Die Menschen müssten qualifiziert werden, mit Blick auf ihre Kultur.

Und obendrein, der Trend Digitalisierung. "Wir haben das Geld, um in diesen Bereich zu investieren, aber andere Länder in Europa drohen den Anschluss zu verlieren", warnte Rump.

Während sich also bereits hierzulande Widersprüche auf dem Arbeitsmarkt abzeichneten, sei alles noch viel komplexer, wenn die europäische Ebene hinzu komme.



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