Herford, 12. Dezember 2019

Die alternde Belegschaft im Blick

, Westfalen Blatt

lrina Ebermann und Nadine Hoefs mit der Erich-Gutenberg-Medaille ausgezeichnet

Herford (HK). Mit den Herausforderungen, die alternde Belegschaften für mittelständische Unternehmen darstellen, hat sich im Rahmen ihrer Masterarbeit Irina Ebermann beschäftigt. Jetzt erhielt die ehemalige Studentin der Universität Bielefeld für ihre hervorragende Arbeit die Erich-Gutenberg-Medaille.

Die Auszeichnung der 26-Jährigen fand auf dem Sommertreffen der Erich-Gutenberg-Gesellschaft (EGG) in den Räumen der Sparkasse Herford statt. Dort konnte der stellvertretende EGG-Vorsitzende Prof. Hermann Jahnke rund 60 Gäste begrüßen. Die Preisträgerin und ihre Arbeit stellte Prof. Fred G. Becker von der Universität Bielefeld vor.

Sein Lehrstuhl, so der Wissenschaftler, beschäftigte sich schon seit 15 Jahren mit dem demografischen Wandel und seine Herausforderungen für die Wirtschaft. Doch das Thema alternder Belegschaften würden Wissenschaft und Unternehmen eher meiden. Daher lobte er Irina Ebermann dafür, dass sie den Blick auf die Situation älterer Arbeitnehmer gerichtet habe.

Für ihre Studien hatte die Preisträgerin die Böllhoff-Gruppe in Bielefeld ausgewählt. Dort hatte sie 18 Führungskräfte interviewt und ihnen dabei 14 Fragen zur Situation der Arbeitnehmer ab 50 Jahre gestellt. »Dabei konnte ich feststellen, dass die Bindungsfaktoren älterer Arbeitnehmer sich geändert haben. Auf den ersten Plätzen stehen Sicherheit des Arbeitsplatzes und Wertschätzung.« Von Vorteil wären mittelständische Strukturen, die den Älteren gerade dieses Gefühl geben würden. »Die Vergütung dagegen ist ilmen nicht mehr sehr wichtig.« Herausforderungen stellten der Wissenstransfer und die Veränderungsbereitschaft dar, ebenso wie Motivation und der Erhalt der Leistungsbereitschaft älterer Arbeitnehmer.

Eine weitere Erich-Gutenberg-Medaille konnte Prof. Jahnke Nadine Hoefs überreichen. Sie hatte in ihrer Bachelorarbeit, mit der sie ihr Studium an der Fachhochschule des Mittelstandes abgeschlossen hatte, die Auswirkungen digitaler Mediennutzung auf den Vertrieb analysiert. Für diesen Zweck hatte sie in einer Online-Umfrage 220 Verbraucher über ihre Internet-Nutzung befragt. »80 Prozent der Befragten kaufen online ein«, so Hoefs. Rund die Hälfte würde dabei zwei digitale Endgeräte benutzen. »Online-Shopping ist nicht mehr wegzudenken. Es ist attraktive und zeitsparend«, lautete das Fazit der Preisträgerin.



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