Herford, 19. Oktober 2018

Zukunftsforscher blickt auf das Jahr 2028

, Neue Westfälische

Trends: Nils Müller gibt auf der Mitgliederversammlung der Erich-Gutenberg-Gesellschaft einen Überblick über die technologischen Entwicklungen

Herford. Humanoide Roboter, autonomes Fahren und virtuelle Realität im Alltag – so ähnlich könnte die nahe Zukunft in Herford aussehen. Glaubt man den Prognosen von Trend- und Zukunftsforscher Nils Müller, dann können schon im Jahr 2028 Werbebanner das Alter, das Geschlecht und die Stimmung von flanierenden Passanten erkennen und virtuelle Rezeptionsdamen in 30 verschiedenen Sprachen mit Hotelgästen kommunizieren.

Müller, der Geschäftsführer und Gründer des Instituts Trend One, sprach auf der Mitgliederversammlung der Erich-Gutenberg-Gesellschaft im Stadtpark Schützenhof vor rund 400 Gästen über "die Welt im Jahr 2028". Auf der von der Sparkasse Herford mitorganisierten Veranstaltung wagte der Trendforscher einen durch Videos und Bühnenshow visuell ansprechend gestalteten Blick in die Zukunft. Laut Müller gelte es gerade für Unternehmer, „Veränderungen frühzeitig zu erkennen.“ Während seines Ausblicks stellte er fünf sogenannte Megatrends vor, die bis 2028 zunehmende Bedeutung bekommen würden.

#1 OUTERNET

„Das Internet ist tot. Niemand spricht mehr vom Internet“, sagt Nils Müller. Statt· dessen werde das sogenannte Outernet, also das Internet, das "in die Welt explodiert", immer wichtiger. Via virtueller Realität werde beispielsweise die Büroarbeit dreidimensional mitten im Raum stattfinden. „2028 muss niemand mehr in gebückter Haltung am Schreibtisch sitzen. Stattdessen können sich die Menschen ihren Gesprächspartner per VR-Brille in den Raum beamen“, prognostiziert der Trendforscher. Auch Eltern, die berufsbedingt wenig zu Hause sind, könnten sich auf diese Weise in einem virtuellen Raum mit ihren Kindern unterhalten. Auch interaktive Werbebanner (wie im Vorspann beschrieben) seien realistisch.

#2 RADIKAL DIGITAL

In jedem Fall müssen Unternehmer und auch Privatpersonen "radikal digital denken", so Müller. Laut einer Studie von IHS und Forbes wird es im Jahr 2028 insgesamt 100 Milliarden Endgeräte geben, die sich mit dem Internet verbinden. „Das bietet eine Chance zum Steuern“, sagt der Zukunftsforscher. So werde es smarte Städte (effizient, technologisch fortschrittlich, grün und sozial inklusiv) und autonome Taxis geben. „Die Algorithmen und Sensoren der Autos werden so schnell sein, dass autonomes Fahren sicher ist.“ Der Trendforscher behauptet: „2028 wird das autonome Fahren zu 80 Prozent verbreitet sein.“ Das wiederum biete auch der Wirtschaft zahlreiche Chancen. „Ein Kunde kann beispielsweise zu Hause stehen und der Laden kommt zu ihm gefahren“, sagt Müller.

#3 PLATTFORMÖKONOMIE

Die Wertschöpfung im B2B-Geschäft erfolge immer stärker durch digitale Services. Denn: „Die Welt wird zunehmend digitaler.“ Entscheidungen werden folglich digital getroffen, ehemals analog kontrollierte Kundenzugänge verlieren an Relevanz.

Eine große Zahl an Unternehmen biete 2028 auf digitalen Plattformen ihre Produkte und Dienstleistungen an. Kunden und Anbieter finden zentral zusammen. Vor allem für Verbraucher ist das praktisch - sie finden Angebote an einer Stelle und können Preise oder Funktionen miteinander vergleichen. Als Beispiel nannte Müller das Leihen von Autos oder das Teilen von Strom.

#4 HUMAN TOUCH

Trotz allem digitalen Wandel steht auch im Jahr 2028 der Mensch im Mittelpunkt vieler Angebote, sagt Müller. Dies könne beispielsweise mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erfolgen sowie mit humanoiden Robotern. In zehn Jahren seien Maschinen also in der Lage, ganze Sinnzusammenhänge zu verstehen und auf diverse Sprache zu reagieren. „Maschinen haben quasi eine Seele“, sagt Müller.

#5 KOLLEGE KI

„Wir werden uns daran gewöhnen müssen, immer mehr mit Robotern zusammen zu arbeiten“, sagt Müller. „Wir dürfen künstliche Intelligenz nicht diskriminieren, denn sie kommt auf jeden Fall.“ So gebe es bereits heute in Japan ein automatisiertes Hotel, in dem Roboter am Empfang stehen. „Extra für Kinder sehen einige sogar so aus wie Dinosaurier“, beschreibt der Trendforscher und ergänzt: „Die vergangenen Jahre waren schon vielfältig aber die nächsten zehn Jahre werden zehnmal so vielfältig in der Entwicklung.“



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