Herford, 30. April 2017

Flexibilität ist gefragt

, Herforder Kreisblatt

Erich-Gutenberg-Gesellschaft blickt auf den Arbeitsmarkt

Herford (HK). Die Flexibilisierung am Arbeitsmarkt wird in diesem Jahr die Mitlgieder Erich-Gutenberg-Gesellschaft beschäftige. Das neue Leitthema für 2014 stellte der Vorsitzende Michael Heidkamp am Dienstagabend den 40 Teilnehmern im Vortragssaal der Sparkasse Herford vor.

"Die Flexibilisierung am Arbeitsmarkt wird zurzeit viel diskutiert und war auch Thema der Koalitionsverhandlungen - wenn auch unter anderen Gesichtspunkten wie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf", stellte Heidkamp fest. Mit ihrem Leitthema wird sich die Gutenberg-Gesellschaft sowohl bei ihrem Sommertreffen am 9. September wie auch im Rahmen ihres Forums Anfang November auseinandersetzen.

Für die Einführung in das Leitthema hatte der Vorstand Frauke Schwietert gewonnen. Die Leiterin der Herforder Arbeitsagentur hatte das Thema um den Begriff der Stabilität erweitert. "Denn bei allen Entscheidungen, die den Arbeitsmarkt betreffen, gilt es einen Spagat zwischen Stabilität und Flexibilität zu meistern." Mit einem Blick auf die Statistik eröffnete die Referentin dann ihren Vortrag. "Mit 18.000 betroffenen Menschen in den Kreisen Herford und Minden Lübbecke ist die Arbeitslosigkeit legendär niedrig." Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen sei erheblich zurückgegangen, seit 2007 um 32 Prozent. Zudem erfahre die Zahl der Beschäftigten seit 2010 einen deutlichen Aufwärtstrend, während die Arbeitslosigkeit stagniere. "Das stellt eine Chance für Frauen, ältere Menschen und Migranten dar, in ein Beschäftigungsverhältnis zu kommen. Andererseits haben geringfügig qualifizierte Menschen und Langzeitarbeitslose immer größere Probleme, Arbeit zu finden."

Eine Flexibilisierung erfahre der Arbeitsmarkt durch atypische Arbeitsverhältnisse, wie beispielsweise Minijobs, befristete oder geringfügige Beschäftigungen. Diese bürgen Risiken und Chancen für die Arbeitnehmer. So seien 66 Prozent der Zeitarbeiter vorher ein Jahr oder länger ohne Beschäftigung gewesen. Und die Zeitarbeit böte auch Geringqualifizierten die Chance zum Wiedereinstieg. 56 Prozent der Arbeitnehmer in befristeten Arbeitsverhältnissen würde eine dauerhafte Beschäftigung bekommen, so Schwietert.

Zukünfige Herausforderungen für den Arbeitsmarkt stelle der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit bei einem gleichzeitigen Mangel an Fachkräften dar. Auch die Forderungen nach Verbesserung der Qualität der Beschäftigungsverhältnisse werfe neue Fragen auf.

 



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