Herford, 17. August 2018

Die Welt im Jahr 2028

, Westfalenblatt

Trendforscher Nils Müller skizziert im Schützenhof die Zukunft

Herford (HK/wst). Holografische Begegnungen, virtuelle Supermärkte, Roboter und Drohnen im Polizeieinsatz: Was heute noch Zukunftsmusik ist, könnte in zehn Jahren Realität sein. Wie die Welt 2028 aussehen wird, hat das Publikum im Schützenhof von Trendforscher Nils Müller erfahren.

Der Gründer des Hamburger Unternehmens Trendone nahm auf der Veranstaltung der Erich-Gutenberg-Gesellschaft und der Sparkasse Herford die 400 Zuhörer mit auf eine Zeitreise. „Die Digitalisierung bringt einen tief greifenden Wandel mit sich, der das private Umfeld und den Arbeitsplatz extrem schnell und radikal verändern wird“, bereitete zu Beginn des Vortrages Sparkassen-Vorstand Peter Becker das Publikum auf die Zukunft vor.

„Wir beschäftigen 80 Trendscouts, die 22 Sprachen beherrschen und jeden Monat 250 Innovationen melden“, beschrieb Nils Müller sein Unternehmen. So nahm der Referent die Anwesenden mit in ein Hotel nach Japan, in dem schon heute ausschließlich Roboter die Gäste bedienen und die Grünanlagen pflegen. Einziger Mensch vor Ort ist der Geschäftsführer.

Wer aber in der Zukunft nicht mehr reisen möchte, der tritt seinem Gesprächspartner als Hologramm entgegen. Ein Microsoft-Mitarbeiter, dem die Arbeit keine Zeit mehr für die Familie ließ, kommuniziere auf diese Art bereits mit seiner Tochter. 2028 werde auch das Einkaufen ein ganz anderes Erlebnis sein. „Computer erkennen dann die Gesichter der Kunden und sprechen sie ganz individuell an“, kündigte der Trendforscher an.

Wer aber die Gesichtserkennung vermeiden will, könne zuhause im virtuellen Kaufhaus einkaufen und dort sogar die Ware in die Hand nehmen. Geschäfte wiederum würden ihre Produkte komplett vor Ort von 3D-Druckern produzieren lassen. „Ein Import aus China ist dann nicht mehr nötig.“

Ein weiterer Trend werde die Vernetzung mit Sensoren sein, die autonomes Fahren erlaube. „In Arizona lässt Google bereits jetzt 600 autonome Taxis fahren“, so Müller. Und Tesla plane, selbstfahrende Trucks auf die Straßen zu bringen, die Diesel-Lkw weit überlegen seien. Müller: „Zurzeit gibt es im Jahr noch sieben Prozent Wandel, in den nächsten Jahren werden es 70 sein.“ Eines stellte der Trendforscher bereits zu Beginn klar: „Es ist nicht die Frage, ob wir das wollen oder nicht - Es wird nämlich so oder so passieren.“



Zurück