Herford, 22. September 2018

Blick in die Küche der Zukunft

, Westfalenblatt

Unternehmergespräch der Erich-Gutenberg-Gesellschaft bei Häcker

Herford / Rödinghausen (HK). Die Küche der Zukunft stand im Mittelpunkt des diesjährigen Unternehmergesprächs der Erich-Gutenberg-Gesellschaft (EGG). 70 geladene Gäste kamen dazu beim Rödinghauser Hersteller Häcker zusammen und lauschten Vorträgen der Geschäftsführer Markus Sander (Häcker) und Dr. Markus Miele (Miele).

»Wie wird die Küche in zehn Jahren aussehen?« Eine Frage, die nicht nur den EGG-Geschäftsführer Horst Prüßmeier umtreibt. Das Thema Zukunftsforschung beschäftigt den Verein noch bis ins Jahr 2019 hinein, und bei der starken Küchenindustrie in Ostwestfalen lag dieser Aspekt nahe. Auch wenn in Brexit- und Trump-Zeiten Vorhersagen zum Vabanquespiel werden, wolle man weiter »im Sinne Erich Gutenbergs Brücken bauen zwischen betriebswirtschaftlicher Theorie und Praxis«, so Prof. Dr. Hermann Jahnke, stellvertretender Vorsitzender der EGG. »Wie werden Innovationen die Produktion, die Wertschöpfungsketten und die Geschäftsmodelle verändern?«

Dabei ist die viel beredete Digitalisierung nicht die einzige Herausforderung, der sich die Unternehmen gegenüber sehen. Sander verwies auch auf die unterschiedlichen demografischen Entwicklungen in den wichtigsten Ländern: »Ältere Menschen bewegen sich anders in Küchen. In den USA, nach wie vor der größte Markt, ändert sich die Bevölkerungsstruktur kaum, während China in wenigen Jahren eine völlige Überalterung bevorsteht.« Auch die Deutschen werden im Schnitt älter. Die Trends zeichnen sich seit Jahren ab: »Die Ergonomie steht bei Häcker an erster Stelle«, also hoch eingebaute Geräte – die Urbanisierung zwingt zu kleineren Wohnungen, also wächst die Küche in den Raum. Beim Smart Home wird alles elektrifiziert, vernetzt und übers Smartphone steuerbar. Für hochwertige und komplexe Produkte wie Küchen bleibe auch in Zukunft der stationäre Handel wichtiger als der Onlinekauf.

Miele setzt ebenso auf Industrie 4.0 - und auf Küchen: Auch wenn das Gütersloher Unternehmen eher mit Waschmaschinen und Staubsaugern assoziiert wird, machen Küchengeräte bereits 46 Prozent des Umsatzes aus, wie Markus Miele erläuterte. Hier sorgen kollaborierende Roboter für Entlastung (nicht Ersetzung) der Mitarbeiter und künstliche Intelligenz unterstützt den Kundendienst bei Fehlerdiagnosen. Steuerung über Alexa oder andere Assistenzsysteme gibt es ebenfalls längst. »Kern ist ein herausragendes Prozess-Know-How«, unterstrich Markus Miele: »Es zählt Integration durch alle Schalen des Eco-Systems.«



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